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| Fischer zum Ersten – „Schumi“ zum Zweiten |
Ausnahme-Kanutin Birgit Fischer, der „ewige“ Formel-1-Champion Michael Schumacher und die „Golden Girls“ im Hockey von Athen sind Deutschlands Sportler des Jahres 2004.
Im Kurhaus von Baden-Baden blieben die Überraschungen aus, als das Ergebnis der 58. Wahl verkündet wurde, die seit 1947 von der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) Böblingen unter den Fachjournalisten durchgeführt wird. Die Gewinner traten die Nachfolge von Hannah Stockbauer (Schwimmen), Jan Ullrich (Rad) und den Fußball-Weltmeisterfrauen 2003 an.
Birgit Fischer, mit achtmal Gold die erfolgreichste deutsche Olympionikin aller Zeiten, setzte sich zum ersten Mal in ihrer langen Laufbahn durch. Die 42-Jährige verwies mit 4282 Punkten Eisschnellläuferin Anni Friesinger (1298), die nach EM- und WM-Gold wie im Vorjahr Zweite wurde, und Judith Arndt (1213), Olympiazweite und Radweltmeisterin auf der Straße, mit weitem Abstand auf die Plätze. Während Birgit Fischer ihre Premiere dieser besonderen Art nach 25 Jahren an der Weltspitze (Weltmeisterin 1979, Olympiasieg 1980) auf der Bühne in Baden-Baden in vollen Zügen genoss, blieb „Schumi“ wie gewohnt dem Ereignis fern, weil er seinen Jahresurlaub in Norwegen nicht unterbrechen mochte. Für den Kerpener ist es nach seinem siebten WM-Titel auch erst die zweite Ehrung nach 1995. Der Ferrari-Star (2460), im Vorjahr auf Rang zwei, hielt dabei Skilangläufer Rene Sommerfeldt (1842) als Weltcupgewinner und den Tour-Zweiten Andreas Klöden (1752) sicher auf Distanz.
Erstmals fiel die Wahl auf die Hockey-Frauen (3334), die das Duell mit den Handball-Männern (2937) deutlicher als vermutet zu ihren Gunsten entschieden. Ihr Überraschungsgold bei Olympia wog schwerer als der EM-Titel und das Silber in Athen für die Handballer. Platz 3 ging an die Fußballer von Werder Bremen (1582) als Double-Gewinner. Der Star des Abends war eindeutig Birgit Fischer, die auch in der DDR nie Sportlerin des Jahres war. Nur wenige hatten ihrem knapp ein Jahr vor Athen verkündeten Comebackversuch eine Chance gegeben. Doch bei den Spielen führte sie den Vierer als Schlagfrau in einem dramatischen Finish zum Sieg und gewann danach noch im Zweier Silber. Mit Olympiagold im Abstand von 24 Jahren (1980 bis 2004) zählt sie zu den absoluten Ausnahmegestalten der Sportgeschichte. Gleiches gilt für Michael Schumacher, der noch bei keinem seiner Titel seit 1994 der Konkurrenz so souverän davonfuhr. Er gewann dabei 12 der ersten 13 Rennen und übertraf zahlreiche der zumeist schon selbst gehaltenen Rekorde. Sein siebter WM-Streich stand so früh fest wie noch nie. An den Erfolg der Hockeyfrauen hatte eigentlich niemand geglaubt, selbst eine Medaille schien unrealistisch. Dem Triumph im Finale über den hohen Favoriten Niederlande folgte nun der krönende Abschluss eines traumhaften Jahres.
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