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   GT Serie "Mein Sport"
Einfach zu lernen, aber dennoch anspruchsvoll
Hinzmann
Voller Einsatz: Beim Badminton-Spiel ist neben Koordination und Konzentration auch Ausdauer gefordert.
 
Serie, Teil 5: Badminton – Sport für Konzentrierte / Albers: „Man muss viel laufen und mitdenken“

Beim ersten Training nach den Weihnachtsferien herrscht in der Diemardener Sporthalle ein ziemliches Durcheinander. Alte Bekannte müssen begrüßt, die Neuen, die zum erstenmal da sind, begutachtet werden. „Ganz so wild geht es sonst hier nicht zu“, versichert Gunnar Albers, der seit zehn Jahren die Badmintonabteilung des TSV Germania Diemarden leitet.

Einmal pro Woche kommt der Badminton-Nachwuchs zum Training. Erst sind von 18 bis 19 Uhr die Minis dran: Kinder im Alter von sieben bis dreizehn Jahren, manchmal auch jünger. Vom blutigen Anfänger bis zu Kindern, die in der Schülermannschaft spielen, ist alles dabei. Da ist es nicht immer ganz einfach, alle unter einen Hut zu kriegen. „Gerade das Training mit den Kleinen ist sehr anstrengend“, gibt Albers zu. Daher sind auch immer mindestens zwei Betreuer anwesend, die sich um die rund 20 Kinder kümmern. Ab 19 Uhr trainieren dann die Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren – da ist es für den Trainer schon einfacher, Ruhe in die Gruppe zu bringen. Jungen und Mädchen trainieren beim Badminton gemeinsam, auch Wettkampfgruppen sind in dieser Sportart gemischt. '

Ballspiele zum Aufwärmen

Los geht es stets mit einer 15 bis 20 Minuten langen Aufwärmphase. „Wir richten uns meistens danach, wozu die Kinder Lust haben“, erklärt Albers. Heute ist das Basketball. Ballspiele werden gern gemacht, weiß der Trainingsleiter: Volleyball, Völkerball – „einfach etwas, wo die Kinder ein bisschen laufen müssen.“ Manchmal gebe es zu Beginn einer Übungsstunde auch Konditionstraining.

Dann werden die Netze aufgebaut, Schläger und Bälle verteilt. Beides können sich Anfänger vom Verein leihen, große Kosten entstehen für die Ausrüstung also nicht. Gespielt wird bei den Kindern mit Plastikbällen, die sind billiger und gehen nicht so schnell kaputt. Später wird mit echten Federbällen aus Gänsefedern gespielt. „Die fliegen viel besser“, weiß Albers, seien aber für das Kindertraining einfach zu teuer.
Techniktraining

Zunächst spielen die Kinder locker den Ball über das Netz hin und her, um sich einzuspielen. Wer dabei mit wem spielt, ist relativ egal: jüngere undältere Kinder, Anfänger und Fortgeschrittene werden bunt gemischt. Später, wenn bestimmte Techniken geübt oder „richtige“ Spiele gespielt werden, wird die Gruppe bei Bedarf nach Können aufgeteilt. Albers läßt die Youngster erst einmal spielen. Zwar werden auch in der Kindergruppe in jeder Trainingsstunde technische Dinge geübt, kurze und lange Aufgabe zum Beispiel, aber „hier muss man meist erstmal gucken, dass sie den Ball treffen“, erklärt Albers mit einem Lachen. Auch sei bei einer so großen Gruppe das Techniktraining schwierig zu bewerkstelligen.

Bei den Jugendlichen könne man mehr machen, „aber das hier ist kein Kadertraining“, stellt Albers klar. Für Fortgeschrittene und besonders begabte Spieler gebe es in Northeim einmal wöchentlich ein Fördertraining. Den meisten der Minis sei aber einmal pro Woche genug. „Wir haben es eine zeitlang mit zwei Trainingsstunden pro Woche probiert, aber in dem Alter machen die Kinder meist noch andere Sportarten oder lernen Musikinstrumente. Da fehlt dann einfach die Zeit.“ Aus dem selben Grund schwanke auch die Zahl der trainierenden Kinder stark. „In dem Alter probieren sie noch verschiedene Sportarten aus. Eine Zeitlang hatten wir hier 30 Kinder in der Halle, jetzt ist das wieder zurückgegangen.“

Boom in 80ern

„In den 80er Jahren, als auch unsere Badminton-Abteilung gegründet wurde, gab es einen regelrechten Boom“, weiß Albers. In den vergangenen Jahren sei die Begeisterung jedoch zurückgegangen. Gerade im Kinderbereich fehle oft das Angebot. Die Turnierbegeisterung sei vor allem bei den Erwachsenen zurückgegangen. Bei den Kindern könne man die Jungen meist recht einfach für Punktspiele und Turniere begeistern, bei den Mädchen sei das allerdings schon schwieriger.

Dem Sport hänge das „Federball-Image“ an. „Viele denken, das ist ja nicht so toll. Aber Badminton ist zwar einfach zu lernen, aber trotzdem anspruchsvoll“, macht Albers Werbung für seine Sportart. Da in der Halle gespielt werde, könne man den Sport zudem das ganze Jahr über betreiben, zählt er weitere Pluspunkte auf. Gut sei auch, dass Jungen und Mädchen zusammen trainierten. Außerdem werde die

Konzentration geschult: „Man muss viel laufen und mitdenken. Man hat aber auch schnell Erfolgserlebnisse – eine optimale Sportart für Kinder.“

 
GT, 18.01.05
 
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