| Im Zuge der Einführung von Ein-Euro-Jobs für Langzeitarbeitslose im Breiten- und Freizeitsport reagiert der Deutsche Sportbund (DSB) mit Skepsis. „Wir müssen aufpassen, dass die Anbieter solcher Maßnahmen den Vereinssport nicht benutzen, um aus den öffentlichen Zuschüssen für die Betreuung ein Geschäft zu machen. Bloße Mitnahmeeffekte müssen wir vermeiden“, warnte DSB-Generalsekretär Andreas Eichler vor dem Missbrauch der Vereine.
„Stattdessen muss sich der Sport so organisieren, dass er den Einsatz und die Betreuung der Mini-Jobs höchst kompetent in Eigenregie regeln kann“, betonte Eichler. Erster Ansprechpartner für die Hartz IV-Reformen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für die rund 85.000 Sportvereine in Deutschland sollten die Landessportbünde (LSB) sein.
Der DSB-Generalsekretär geht davon aus, dass der organisierte Sport insgesamt etwa 5000 Langzeitarbeitslose auf der Basis von Ein-Euro-Jobs beschäftigen kann, vor allem im Bereich der Pflege und Instandhaltung von Sportanlagen sowie bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen.
„Höher dürfte die Zahl kaum werden, denn es geht ausschließlich um zusätzliche Arbeitskräfte. Ehrenamtliche Helfer und junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr dürfen nicht verdrängt werden“, stellte Eichler klar: „Daher verläuft zwischen den Vereinsinteressen und den Zielen der Beschäftigungspolitik in diesem Bereich ein sehr schmaler Grat.“
Eine exakte Übersicht, wie viele der momentan auf sechs Monate befristeten Ein-Euro-Jobs seit Jahresbeginn im Bereich des DSB bereits existieren und wie das Instrumentarium vor Ort wirkt, soll die nächste LSB-Konferenz Mitte März geben. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass vor allem die Vereine in den neuen Ländern auf Ein-Euro-Jobs setzen, während Eichler zufolge in den alten Ländern „tendenziell etwas verhaltener“ reagiert werde. |