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| Die Kanone: Erst wird Schwung geholt, dann in der Hocke gefahren und schließlich im Rollen ein Bein nach vorn gestreckt. |
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Serie, Teil 8: Rollkunstlauf / Für die Wettbewerbe und das Weihnachtsmärchen lohnt sich das regelmäßige Training
Nein, Rollkunstlauf für Jungen ist nicht verboten. Hendrik Kulle zum Beispiel ist schon seit zehn Jahren beim 1. Rollkunstlauf-Club Göttingen (RCG) dabei und hat sich mit Erfolg für den Rolltanz entschieden. Allerdings, so die zweite Vorsitzende Dietlinde Limbach, sei er schon eine Ausnahme. Die fünf- bis zwölfjährigen Kinder, die gerade in der Wörthhalle ihre Runden drehen, sind ausnahmslos Mädchen.
Eigentlich beginnt ihr Training mit einem Warmlaufen ohne Rollschuhe und Dehnübungen. Diesmal machen Trainerin Karin Limbach und Helferin Wiebke Schmidt fürs Tageblatt eine Ausnahme. „Zumindest bei den Kleinen sind Dehnübungen ja auch nicht ganz so wichtig“, erklärt die Trainerin, die unter anderem 2002 Weltmeisterin mit der Rollkunstlauf-Formation wurde, jetzt ihre Erfahrungen weitergibt und zugleich auch noch 1. Vorsitzende des 151-Mitglieder-Clubs ist.
Wer neu in den Verein kommt, fährt zunächst einmal in einer Anfängergruppe, die sich immer mittwochs um 15 Uhr in der Wörthalle (Leipziger Straße) trifft. Viele probieren zunächst einfach mal aus, ob ihnen die Sportart Spaß macht. Die Rollschuhe kann man beim Verein ausleihen.
Wettbewerb ist freiwillig
Man muss nicht unbedingt darauf aus sein, an Wettbewerben teilzunehmen. Wer sich zum Beispiel bei den zweimal jährlich stattfindenen vereinsinternen Wettbewerben dafür als geeignet erweist und Lust hat, trainiert dann zweimal pro Woche. Dazu kommen Lehrgänge am Wochenende. Und sollte die sportliche Laufbahn so steil nach oben gehen wie bei Landesmeisterin Inga Knorr, dann wird mindestens viermal pro Woche trainiert.
Zur Vorbereitung auf die Pflicht-Übungen in den Wettbewerben hat der RCG neben der Wörthhalle eine sogenannte Pflichtbahn aus Beton hergestellt, auf der zu fahrende Linien markiert sind. Für die Anfänger-Kür sind vier Elemente vorgeschrieben, die in maximal 45 Sekunden vorkommen müssen. Für eine fortgeschrittene Formation sind hingegen bis zu fünf Minuten vorgesehen.
Die Kür wird nach Musik gelaufen. Über die Jahre hat Karin Limbach ein umfangreiches Sortiment an instrumentalen Songs gesammelt. „Die Mädchen können auch eigene Vorschläge zur Musikauswahl machen und mit mir besprechen“, erklärt die Trainerin.
Die Rollkunstläuferinnen zeigen jetzt kleine Sprünge, andere üben Bewegungselemente, wie Hocke, Kanone (fahren in der Hocke mit einem nach vorn gestreckten Bein), Pinguin oder Waage. Das Sprungprogramm entspricht grundsätzlich dem, was aus dem bewegungsverwandten Eiskunstlaufen bekannt ist. Die auf Rollen erlernten Sprünge haben die Kinder auch schon auf der Eisbahn in der Lokhalle umgesetzt.
Vorfreude auf Weihnachten
Ein immer wieder tolles Erlebnis ist es, bei den Weihnachtsaufführungen mitzuwirken. Das darf jeder, der mindestens ein halbes Jahr mittrainiert hat. Ab dem Sommer wird dann auch an jedem Wochenende für den großen Auftritt in der Godehardhalle geübt. In diesem Jahr: „Peter Pan“
Tipp 1: Rollkunstlauf wird auch in Groß Schneen angeboten. Tipp 2: Am 12. März ist in der Wörthhalle das vereinsinterne Frühlingsturnier, bei dem sich Interessierte ja mal umsehen könnten.
Sportart in der nächsten Folge von „Mein Sport“: Schießen |