| SSB-Chef Jürgen Schröder lehnt Forderungen nach Verschmelzung der Sportbünde weiter entschieden ab
Personelle Veränderungen im Vorstand kündigte Stadtsportbund-Vorsitzender Jürgen Schröder auf der SSB-Hauptausschuss-Sitzung an. Die stellvertretende Vorsitzende Gundel Utermöhlen wird sich auf dem Stadtsporttag am 9. Mai nicht mehr zur Wahl stellen. Statt dessen kandidiert Holger Vorrath für einen Vorstandsposten.
„Es gibt keinerlei interne Probleme, aber zwölf Jahre sind genug“, begründete Utermöhlen ihren Rückzug. Neben Vorrath, seit einem Jahr SSB-Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, wird es mit dem Sportjugend-Vorsitzenden Hendrik Henze ein weiteres neues Gesicht im Führungsstab geben. Zudem soll Christian Steinmetz vom ASC 46 im Vorstand mitarbeiten.
Schröder sieht keine Vorteile
Breiten Raum im Bericht des Vorsitzenden nahm die von mehreren Seiten geforderte Verschmelzung von Stadt- und Kreissportbund ein. Zuletzt hatte sich, wie berichtet, der Landtagsabgeordnete Lothar Koch dafür eingesetzt. Schröder sprach sich ausdrücklich für die Fortsetzung und Intensivierung der auf verschiedenen Feldern gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen den Bünden aus – so in der Aus- und Fortbildung –, lehnte eine Fusion aber einmal mehr entschieden ab und darf sich da der Unterstützung der meisten SSB-Vereine sicher sein. Das machten die Statements etlicher Vertreter deutlich. „Ich sehe im Augenblick nicht, wo die Vorteile liegen könnten“, stellte der SSB-Chef klar. Hauptargument sei, Personal einsparen zu können. „Das aber“, so Schröder, „sehe ich nicht ein, denn es würde unsere Serviceleistungen an die Vereine verschlechtern.“ Noch verschärft würde dieses Problem bei der Verwirklichung der Vision von KSB-Chef Helmut Illie, einen Großverband Südniedersachsen zu schaffen mit Göttingen, Northeim und Osterode. „Damit ein so großer Verband noch handhabbar ist, braucht man für die tägliche Arbeit untergeordnete Gliederungen“, sieht Schröder den Verwaltungsapparat eher wachsen denn schrumpfen.
Mit einer Spur Sarkasmus kommentierte der SSB-Vorsitzende die geringe Beteiligung an der Hauptausschuss-Sitzung im Vereinsheim des MTV Geismar. Dass von 107 Stadtvereinen nur 25 und von 16 Verbänden lediglich fünf der Einladung gefolgt seien, müsse wohl bedeuten, dass es nichts zu meckern gebe, die Vereine mit der Arbeit ihrer Dachorganisation zufrieden seien.
Angesichts der aktuellen Kassenlage des SSB könnte das zutreffen. Schatzmeister Günter Berg verkündete den Delegierten in seinem Abschlussbericht für 2004 einen Überschuss von 3500 Euro und begründete ihn mit einer „günstigen Entwicklung auf Einnahmen- und Ausgabenseite“. Entsprechend Lob gab es dann auch von den Kassenprüfern Uwe Bartram und Jochen Zinserling: „Es wird jedes Mal besser.“ So positiv wie 2004 werde es in diesem Jahr aber nicht mehr laufen, bedauerte Berg. Das liege vor allem an der drastischen Zuschusskürzung des Landessportbundes für die Lehrkräfte des SSB um mehr als 9000 Euro (37900 statt 471000). Die Stadt hingegen belässt es bei der Fördersumme von 30700 Euro.
MTV Geismar an der Spitze
Eine besondere Ehrung erfuhren vier „notorische“ Sportabzeichen-Aktivisten. Das Ehepaar Marianne (73 Jahre) und Klaus Hartmann (70) hat den Fitnessnachweis bereits 35-mal erbracht. Reinhard Jentsch nennt 40 Abzeichen sein Eigen, Klaus Bräuer, seit 36 Jahren auch als Prüfer aktiv, sogar 45.
Das beste Vereinsergebnis erzielte der MTV Geismar, gefolgt von Tuspo 61 und MTV Grone. Bedenklich sei, so SSB-Sportlehrer Klaus Brüggemeyer, dass 2004 zwar 49 Prozent mehr Erwachsene das Abzeichen abgelegt haben (173 statt 116), aber 47 Prozent weniger Jugendliche (166 statt 219).
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