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   TTKV Göttingen
Notfalls suchen sie sich in den Alpen ein neues Pelzerhaken
Swen Pförtner
Dennis Dörner gibt Hilfestellung beim Kadertraining
 
Kein Zweifel, Pelzerhaken und TTKV – das ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 25 Jahren nutzt der Tischtennis-Kreisverband die Osterferien, um vor allem jungen Menschen im Alter von acht bis 16 Jahren eine Trainingsfreizeit an der Ostsee in der Nähe Neustadts  anzubieten. Natürlich kommt der Nachwuchs überwiegend aus dem eigenen Umfeld.  „Aber eigentlich nehmen wir jeden“, verweist Vorsitzender Wolfgang Böttcher darauf, dass die Grenzen mitnichten eng abgesteckt werden. So sind unter anderem Gäste aus Braunschweig und Nordrhein-Westfalen keine Seltenheit in den Reihen des Kreisverbandes. Zur jeweiligen Gruppenstärke sagt Wolfgang Böttcher: „Im Schnitt kommen 50 Personen mit. Die Spitze waren 140.“ Im vergangenen Jahr gab’s eine leichte Schwächeperiode. Doch davon später.

Ob die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann – das steht auf einem anderen Blatt. Denn bekanntlich hat der Landkreis Göttingen als Eigentümer des Landschulheims die Volksbank Ostholstein beauftragt, einen Käufer für die Anlage zu suchen. „Ich fände es äußerst bedauerlich, wenn sich die Politik nicht aufraffen könnte solche soziale Einrichtung zu erhalten“, zeigt Wolfgang Böttcher wenig Verständnis für die Absicht der Veräußerung, die bekanntlich nicht nur die Tischtennisspieler treffen würde. Wie schätzt der Kreisfachverband die Chancen ein, dass Pelzerhaken erhalten bleibt? „Mit relativ großer Wahrscheinlichkeit muss man wohl sagen, das war’s“,  erklärt Betreuer Matthias Harre.

Videovorführung als Appetithäppchen

Gleichwohl hat es sich die Mannschaft um Wolfgang Böttcher nicht nehmen lassen, das Jubiläum zu Ostern an der Ostsee würdig zu begehen. 52 Kinder, acht Betreuer und 25 Erwachsene bildeten den zahlenmäßig ansprechenden Rahmen, der für das magere Vorjahrsergebnis entschädigte. Nun ja, die eine oder der andere hat wohl die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, um beim möglicherweise letzten Mal dabeizu-sein. Doch damit wäre  die Teilnehmerzahl höchst unzureichend erklärt. Vielmehr dürften die  besonderen Anstrengungen im Vorfeld ihren Niederschlag gefunden. „TTKV on the road“ lautete das Motto mit Blick auf 2005, nachdem in den TTKV-Reihen festgestellt worden war, „dass die Freizeit in den Vereinen keine Lobby mehr hatte“ (Harre). So machte sich eine Crew um Matthias Harre Ende 2004 auf, um „Pelzerhaken persönlich zu präsentieren“. Eine zehnminütige mit Musik unterlegte Videovorführung diente als Appetithäppchen. Es war ein sehr schmackhaftes, „denn“, so der Betreuer aus Bovenden, „wir haben sehr viele persönliche Rückmeldungen vor Ort bekommen“. Die Zukunft wird zeigen, ob das Vorhaben, „das Image der Jugendfreizeit wieder anzuheben“ auch langfristig den angestrebten Erfolg beschert.

Kreative Ersatzlösung gesucht

So weit so gut, aber was wird im Falle des Falles? Böttcher und Harre sowie der als Beauftragter für Sonderaufgaben (Lehrwesen) zuständige Dennis Dörner (Reinhausen) sind sich einig: „Es wird schwer, eine adäquate Lösung zu Pelzerhaken zu finden.“ Wolfgang Böttcher unterstreicht: „Dort haben wir alles, was wir brauchen. Das ist ideal, zumal der Ort wenig Verkehr hat. Speziell eine Turnhalle ist unverzichtbar.“  Daher wandern die Blicke unter anderem schon mal in Richtung Mecklenburg. Und mit der ihm eigenen spöttischen Art fügt der seit 1974 dem Vorstand angehörende Böttcher hinzu: „Notfalls suchen wir in den Alpen.“  Hübsche Idee!

Drei Musketiere

Eine eben solche war es, den ehemaligen TTKV-Vorsitzenden Joachim Pförtner zum ,25.‘ als Gast einzuladen. Ein feines Dankeschön für den langjährigen Leiter der Osterferienlager an der Ostsee. Wenn wir Pförtner sagen, dann dürfen wir die beiden anderen der drei Musketiere auf keinen Fall unerwähnt lassen: Rolf Klinger (Seulingen) und Reinhard Könecke (Bovenden).

Tischtennis Jugendprogramm

Genug von Pelzerhaken, zum sportlichen Bereich. Dort ist der Jugend-Kaderarbeit der acht- bis 15-Jährigen gewissermaßen neues Leben eingehaucht worden. Zu der Neugestaltung zählt unter anderem, „die Übungsleiter ohne Ausbildung zu animieren, uns sonnabends zum Training zu besuchen“ (Böttcher). Dort ist in erster Linie Dennis Dörner gefordert. Der Reinhäuser kann sich in der Arbeit für den Kader auf die Trainerkollegen Mike Kaufhold, Carsten Wahle und Stefan Kochta  stützen. Anja Rossbach steht speziell für TT-Jugendprogramme zur Verfügung. Gemeinsam bemühen sie sich mit Unterstützung weiterer Mitstreiter selbstverständlich auch darum, junge Menschen für den Tischtennissport zu begeistern und sie gezielt zu fördern. „Leider gibt es nicht mehr so viele gute Jugendliche“, verdeutlicht Dörner, dass es großer Umsicht und qualifizierter Ausbildung bedarf, um im Nachwuchsbereich ein quantitativ und qualitativ  erfolgversprechendes Niveau zu erreichen.

 
Holger Vorrath
 
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