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| Arbeitstagung „Aktiv über 50“ des Landessportbundes in Göttingen |
Bonner Sportwissenschaftlerin: Gesundheit und Spaß sind stärkste Einstiegsmotive für Ältere Göttingen. Der deutsche Sport hat es nicht leicht mit den Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter. Wie kann er sie, die die Bezeichnung Senioren höchst ungern hören, für sich einnehmen, zu Bewegung, Sport und Spiel animieren? Gewiss, es gibt vielerorts seitens der Vereine Anstrengungen, adäquate Angebote für diese Klientel zu finden. Doch all diese Bemühungen brachten bislang nicht den gewünschten Erfolg, wie aus einem Diskussionspapier des DSB-Bundesvorstandes Breitensport vom August hervorgeht: „Vor allem die ,jüngeren Älteren‘ scheinen einer Mitgliedschaft im Verein immer mehr eher skeptisch, wenn nicht sogar ablehnend gegenüber zu stehen. Sie bevorzugen andere, oftmals professionelle Anbieter oder organisieren ihren Sport selbst," so Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Eichberg. Nur 40 bis 50 Prozent der Sportanbieter seien Sportvereine.
Ansprechendes Ambiente gefragt Auf der Arbeitstagung ,Aktiv über 50‘ des Landessportbundes am Wochenende im Hotel ,Schweizer Hof‘ skizzierte Karsten Täger aus dem LSB-Referat für Breitensport/Sportentwicklung, wohin die Reise im Seniorensport angesichts der in den kommenden Jahren exorbitant steigenden Zahl älterer Menschen geht. Weniger die traditionellen Sportarten, so der Referent aus Hannover, stünden im Fokus des Interesses, sondern Gesundheit, Fitness und Wellness. Die Senioren wünschten sich zudem ein ansprechendes Ambiente zur Ausübung des Sports. Zurückeroberung urbaner Flächen sei eine Alternative zur Bewegung in herkömmlichen Sporthallen. Kleinere gedeckte Stätten eine weitere. Dabei steht es nach den Worten von Täger fest, dass sich auch zukünftig viele Ältere selbst organisieren, wenn es um sportliche Freizeitaktivitäten geht.
Falsches Bild korrigieren Die Bedeutung des Gesundheitsaspekts strich Sportwissenschaftlerin Dr. Sabine Eichberg (Uni Bonn) einen Tag später an gleicher Stätte zum Thema ,Demografischer Wandel, Herausforderung für die Sportorganisationen‘ heraus: „Gesundheit und Spaß sind das stärkste Einstiegsmotiv.“ Erhaltung der Funktionalität, Wohlbefinden, Verbesserung der selbstständigen Alltagsbewältigung, Vermittlung von Spaß und Lebensfreude nannte die im Rahmen ihrer auf Untersuchungen basierenden Ausführungen außerdem als Motive für ein Sporttreiben. Dabei „gibt es nur wenige, die kontinuierlich ein ganzes Leben Sport treiben“. Um ältere Menschen zur körperlichen Betätigung anzuregen, gelte es, Vorbehalte wie Verletzungsrisiko ebenso abzubauen wie das vom Sport vorhandene falsche Bild zu korrigieren. Es gelte ferner, „Strategien zu entwickeln, um Barrieren abzubauen.“ Aufklären, was Sport für die Gesellschaft leisten könne, sei ein wichtiges Ziel. Als beste ,Bundesgenossen‘ im Bemühen, die Senioren zum Sport zu bringen, nannte Sabine Eichberg den Partner/den Bekannten sowie die Ärzte.
Partner suchen Wie Täger zuvor wies auch die Sportwissenschaftlerin darauf hin, dass es notwendig sei, „neue Bewegungsräume zu schaffen“ und sich dabei die Unterstützung von Partnern zu sichern (u.a. Betriebe). Auch in zwei anderen Punkten stimmten die Referenten überein: Sport für Ältere müsse in deren Wohnumfeld angeboten werden, die Übungsleiterkraft von überdurchschnittlicher Qualität sein. |
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