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   Heft Herbst 2005
Koordination: „Erziehung zur Tauglichkeit des Lebens“
Nach der positiven Resonanz auf die Praktische Fortbildung des Stadtsportbundes Göttingen und der Landesschulbehörde Braunschweig zum Thema „Kämpfen im Sportspiel und Tanz“, hatte der diesjährige Kurs das Thema „Koordination“ zum Inhalt. Unter dem Titel „Attraktive und vielseitige Spiele – Übungen zur Koordinationsschulung in Ballspielen, Tanz und Leichtathletik“ waren rund 65 Lehrer und Übungsleiter am Samstag, 8. Oktober, in der Sport- und Gymnastikhalle des Felix-Klein-Gymnasiums in Göttingen anzutreffen, um von dort Anregungen und Informationen zur Gestaltung ihrer Kurse mitzunehmen.

Mit einem Einführungsreferat des Berner Hochschuldozenten Prof. Dr. Arturo Hotz, der als Autor und in der Trainerausbildung tätig ist, begann die sechsstündige Schulung mit einem Einblick in die Theorie der Koordination. Anhand eines philosophischen Modells beschrieb Hotz „Koordination als die Organisation der menschlichen Bewegungsmöglichkeiten, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet ist“, welche nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag ihre Anwendung findet. Mit der Koordination geht „eine Anpassung an die Anforderungen, die uns im Leben gestellt werden“, einher, denn „Koordination schafft Ordnung und hilft Anforderungen zu strukturieren, und bedeutet somit, Problemlösungsstrategien zu erwerben und zu entwickeln.“ Koordination ist – übergreifend gesehen – also eine „Erziehung zur Tauglichkeit des Lebens“.

Gerade in Zeiten immer geringer werdender Bewegungsfreiheit und der damit einhergehenden Verschlechterung der koordinativen Fähigkeiten, sowie einer Beeinflussung der motorischen und kognitiven Entwicklung, gewinnt die Koordinationsschulung zunehmend an Bedeutung. Neueren Studien zufolge nahm die Koordinationsfähigkeit bei Jugendlichen im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontinuierlich ab.

Workshop-Angebote

Nicht zuletzt um diesen Tendenzen entgegenzuwirken, lag das Hauptaugenmerk der Schulung auf der praktischen Vermittlung, welche mit einer kleinen Einführung in Koordinationsspiele als allgemeine Aufwärmübungen begann. Danach konnten sich Lehrer und Übungsleiter für zwei der drei vertiefenden Angebote anmelden.

Neben der „Koordinationsschulung im Tanz“ und der „Koordinationsschulung in Ballspielen“ bestand weiterhin die Möglichkeit, sich mit koordinativen Schulungsangeboten im Bereich der Leichathletik auseinander zusetzen.
Viele Anregungen mit hohem Aufforderungscharakter
Alle Angebote stießen auf reges Interesse: „Ich habe eine ganze Menge an Anregungen mitbekommen und es ist toll, dass es diesmal ein Skript gibt, da muss man nicht alles mitschreiben und es hat auch Spaß gemacht“, meinte Hildegard Schütz, Lehrerin am FKG. Martin Herrmann, Lehrer in Bad Harzburg, resümierte zur „Leichtathletikschulung“: „Mir gefiel, dass ein paar Sachen weitab von der typischen Leichtathletik waren und dass dabei viele unterschiedliche Gegenstände genutzt wurden. Dies hat einen höheren Aufforderungscharakter bei Schülern.“

Zufriedene Veranstalter

Auch die Referenten und Veranstalter zeigten sich zufrieden. „Es ging in erster Linie darum, die grundsätzlichen Prinzipien spielübergreifender Techniken zu vermitteln; dies ist in der Umsetzung gut gelungen“, so Reinhard Nothdurft von der Landesschulbehörde Braunschweig, der die Ballspielgruppe leitete. Zufrieden äußerten sich auch Klaus Brüggemeyer und Ines Graeber vom mitausrichtenden SSB. Unisono freuten sie sich über die sehr positive Teilnehmerresonanz und nahmen bereits während der Veranstaltung Themenwünsche für eine Fortsetzungsfortbildung 2006 entgegen.

Der rege Austausch zwischen Teilnehmern und Dozenten und das entspannte Klima schienen sich bereits während der Schulung auszuwirken, Astrid Lemmer – Lehrerin an der IGS in Göttingen – überlegte, ob sie „das gleich nächste Woche einsetze“. 

 
Anja Würfel
 
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