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Julia-Maria Kluge beim Basketball in Aktion
Julia-Maria Kluge, Schülerin des Max-Planck-Gymnasiums, verbrachte ein Schuljahr an der High School in Goshen in den USA. Im Folgenden schreibt die Göttingerin über ihre dort vom Sport gewonnenen Eindrücke. Inzwischen besucht die 17-Jährige mit dem Berufswunsch Journalismus wieder das MPG (11. Klasse).

Bis vor einem Jahr betrieb ich Sport in Form von Handball und Fußball, bis ich das Glück hatte, ein Schuljahr in den USA verbringen zu können – Goshen ist eine Kleinstadt von 10 000 Einwohnern, ungefähr 45 Autominuten von Cincinnati entfernt. Dort hat mich der Sport am meisten begeistert und mitgerissen.

In den USA gibt es kaum Schüler, die nicht mindestens eine Sportart betreiben. Schüler, die Sport treiben, werden sehr geschätzt und sind äußerst beliebt. Mädchen streiten sich um den Kapitän des Footballteams der High School, und sie sind stolz, wenn sie mit beliebten Sportlern viel Zeit verbringen können. American Football ist bekanntlich die Sportart Nr. 1. Die Spiele finden nur Freitagabend statt. Wenn ein ,Homegame’ ansteht, ist die ganze Stadt auf den Beinen, dann besteht die beste Gelegenheit für Jugendliche, sich mit ihren Freunden zu treffen. Eltern helfen am Essensstand und verkaufen die berühmten American Hot Dogs, Pizzen, Nachos oder Getränke. Das Team wird mit Unterstützung des Spielmannzuges, der so genannten ,Band’, angefeuert – und die Stimmung steigt.

Täglich zwei Stunden Training

Wer sich für eine Sportart entscheidet, muss bereit sein, dafür einen großen Teil seiner Freizeit zu investieren. Das tun sehr viele, denn Freizeit bedeutet in den USA eben oft Sport. Das Training findet nach der Schule statt (Ende 14.20 Uhr). In der Woche wird täglich bis zu zwei Stunden trainiert. Vor einem Spiel oder anderen bedeutenden Ereignissen sogar bis zu drei Stunden. In der Woche finden zwei bis drei Spiele statt.

Die Schüler der High School in Goshen können sich an mehreren Sportarten beteiligen, denn es gibt drei über das ganze Jahr verteilte Saisons. Im Herbst wird Volleyball und Fußball für die Mädchen, American Football und Fußball für Jungen angeboten. Im Winter gibt es Basketball und Wrestling für die Jungen und Basketball für die Mädchen. Und im Frühjahr können sich die Jungen für Baseball und Leichtathletik anmelden, die Mädchen für Softball und ebenfalls für Leichtathletik. Diese Angebote gibt es nur in den High Schools. Vereine, die bei uns bekanntlich Träger des Sports sind, finden wir in den USA selten.

Beeindruckend: Lehrer und Eltern unterstützen die Jungen und Mädchen nach Kräften. Sie versuchen alles, um bei den Wettkämpfen der Kinder dabei zu sein.

Volleyball, Basketball und Leichtathletik

Die Sportarten, für die ich mich begeisterte, waren Volleyball, Basketball und Leichtathletik. Obwohl ich zuvor keine von ihnen betrieben hatte, konnte ich mich für alle drei qualifizieren. Am meisten Spaß brachte mir Basketball, denn ich hatte die Möglichkeit, im Varsity Team, im ersten Team der Schule, zu spielen. Im Volleyball hingegen schaffte ich es nur ins JV, ins Junior Varsity Team. Leichtathletik gefiel mir am wenigsten, denn die Wettkämpfe dauerten sehr lange. Leider konnte ich am Sportunterricht der Schule nicht teilnehmen, denn ich hatte jeden Tag dieselben sieben Fächer und die Schule verlangte, dass ich weitere Fächer, wie Politik oder Erdkunde, anstelle von Sport belegen sollte.

Zum Training außerhalb der Schule kann ich sagen, dass es erheblich anspruchsvoller, anstrengender und härter war als das Training, das ich vom Handball im Verein in Deutschland kenne. Alles in allem: Es hat mir sehr viel Spaß gemacht zu erleben, wie andere Länder ihre Sportarten vertreten und sich dafür einsetzen!

Wer die Möglichkeit bekommt, für längere Zeit in einem anderen Land zu leben, dem kann ich nur empfehlen, sich dem Sport zuzuwenden. Über ihn lernt der Gast aufgeschlossene Menschen kennen und kann leicht Freundschaften schließen.
 

 
Julia-Maria Kluge
 
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