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   Heft Sommer 2006
Die Qualität des Vereinsangebotes zählt
 
 
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Andreas Bartsch
Auf der Jahreshauptversammlung Ende April wurde Andreas Bartsch zum neuen Präsidenten des ASC Göttingen gewählt. Der Nachfolger von Heinz Hochgrebe zeigt im Interview einige Perspektiven für den größten Göttinger Sportverein auf.

Herr Bartsch, nicht jedem in der Göttinger Sportszene sind Sie bekannt. Geben Sie unseren Lesern doch bitte eine kurze Übersicht über Ihre – vor allem sportliche – Vita.

Dem Sport, insbesondere dem Basketball, bin ich bereits seit fast 30 Jahren eng verbunden.

Begonnen hat dabei einmal alles mit Schwimmen beim ehemaligen SSC und mit Rollschuhsport. Nachdem ich dann bei Wolfgang Lühmann und Wolfgang Hesse zum ersten Mal beim Basketball „hineingeschnuppert“ habe, spiele ich nunmehr seit über 25 Jahren im ASC 46 Basketball. Vor allem in der Jugend, mit unserem damaligen langjährigen Trainer David Starr, haben wir eine Reihe von Erfolgen feiern dürfen. Zuletzt bin ich in der 1. Herren des ASC 46 in der 2. Regionalliga auf Korbjagd gegangen.

Als Vorstandmitglied der Sparkasse Göttingen habe ich leider nur noch sehr eingeschränkt Zeit, Basketball zu spielen. In der letzten Saison habe ich allerdings noch in unserer 3. Herren mitgespielt. Was in der nächsten Saison möglich ist, muss man sehen. Außerdem jogge ich auch heute noch regelmäßig und bin zwei Mal in der Woche im ASC Sportcentrum auf den Terrassen zu finden.

Ansonsten freue ich mich, dass inzwischen unsere Kinder Tom (7) und Sophie (4) im ASC 46 und anderen Vereinen bei KiSSBe, Fußball und Basketball aktiv sind, so dass sich meine Leidenschaft für den Sport auch bei unseren Kindern fortsetzt.

Was hat Sie bewogen, das Präsidentenamt im zweitgrößten Verein Niedersachsens zu übernehmen?
Mit unserem ASC-Kinderbewegungshaus, dem Sport- und Umweltkindergarten, dem Pro-activ Gesundheitszentrum, ASC–Sportcentrum und dem Clubhaus in der Danziger Straße bietet der ASC 46 unserer Stadt und unserer Region weit mehr als nur Sport.

Ich selbst bin in Göttingen aufgewachsen und als Vorstandsmitglied der Sparkasse Göttingen auch beruflich sehr eng mit Göttingen und unserer Region verbunden. Vor diesem Hintergrund glaube ich, dass der ASC 46 und ich gut zusammenpassen.

Ich freue mich daher, dass man mich gefragt hat, ob ich bereit bin, künftig die Entwicklung des Vereins als Präsident mit zu gestalten.

Die Größe des Vereins spielt für mich dabei nicht die entscheidende Rolle. Vielmehr sind es die Qualität der Angebote im Verein und die damit verbundenen Perspektiven. Und vor allem sind es die Menschen, mit denen ich hier zusammenarbeite.

Wie würden Sie Ihr Tätigkeitsfeld als Präsident beschreiben, wobei Sie den Vorteil haben, das Tagesgeschäft dem Vorstand überlassen zu können.

Würde man ein Beispiel aus der Wirtschaft heranziehen, dann würde ich das Präsidium des ASC 46 mit dem Aufsichtsrat eines Unternehmens vergleichen.

Damit kommen mir quasi die Aufgaben eines Aufsichtsratsvorsitzenden zu. Dabei verstehen wir uns im Präsidium nicht allein als klassisches Kontrollorgan. Unsere gemeinsame Aufgabe im Präsidium ist es vielmehr, den Vorstand kritisch und konstruktiv zu begleiten und vor allem innovative Impulse für künftige Entwicklungen zu geben. Dabei arbeiten wir sehr eng und vertrauensvoll mit unserem Vorstand zusammen.

Insofern haben wir hier eine klare und bewährte Aufgabenabgrenzung zwischen Vorstand und Präsidium. Vor dem Hintergrund der inzwischen erreichten Größe und des umfangreichen Angebotes des Vereins halte ich diese Organisation für sinnvoll und notwendig.

Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen?

Wichtig ist, dass wir unseren Mitgliedern auch künftig ein attraktives Angebot in Sachen Sport und Gesundheit bieten können. Dabei muss sich der Verein auch weiter auf veränderte Rahmenbedingungen und Herausforderungen einstellen und gezielt für unsere Mitglieder und die Menschen in unserer Stadt und Region Aufgaben wahrnehmen. Ein partnerschaftliches Miteinander mit Stadt und Landkreis, unserer Universität und vielen anderen Institutionen ist hier von besonderer Bedeutung.

Dabei kommt nach meiner Überzeugung der Kinderbetreuung und -bewegung sowie dem Kindersport in Göttingen eine besondere Bedeutung zu. In den letzten Jahren hat der Verein in diesem Bereich bereits deutliche Akzente gesetzt. Das hier begonnene möchte ich gemeinsam mit Vorstand und Präsidium weiterentwickeln und – die noch zahlreich vorhandenen – Ideen umsetzen.

Darüber hinaus hat der Verein inzwischen mit fast 8.000 Mitgliedern eine Größe erreicht, die es notwendig macht, die vorhandenen Strukturen regelmäßig zu überprüfen. Damit wollen wir sicherstellen, dass auch weiterhin ein erfolgreiches Miteinander von Haupt- und Ehrenamt möglich ist. Denn gerade die über 400 ehrenamtlich tätigen Mitglieder und die über 40 Festangestellten im Verein halten den „Laden am Laufen“.

Werden Sie sich auch sportpolitisch engagieren?

Derzeit ist dies für mich nicht vorstellbar und auch nicht meine Zielsetzung.

Kann der ASC noch weiter wachsen oder stößt er mit fast 8.000 Mitgliedern an seine Grenze?

Dies hängt allein davon ab, ob wir weiter Menschen für unseren Verein begeistern können. In Vorstand und Präsidium werden wir hierfür die Voraussetzungen schaffen. Allerdings möchte ich betonen, dass – auch für mich persönlich – nicht die Größe des Vereins im Vordergrund steht, sondern die Qualität des Angebotes. Nicht die Mitglieder sind für den Verein da, sondern der Verein für seine Mitglieder. Egal ob dies nur 100 oder 8.000 sind.

Die heute erreichte Größe eröffnet dem ASC 46 jedoch eine Reihe von Perspektiven, die vielen kleineren Vereinen verschlossen bleiben.

In der jüngeren Vergangenheit hat sich der ASC mit Bravour um soziale Belange im Sport gekümmert und erntete dafür viel Anerkennung. Uns scheint indes der Leistungssport dabei etwas in den Hintergrund geraten zu sein. Wie sehen Sie persönlich die Zukunft des Leistungssports in Ihrem Verein, der ja beispielsweise von 1980 bis 1985 die bundesdeutsche Basketballszene beherrschte?

Ich habe selbst jahrelang sehr leistungsorientiert Basketball gespielt. Auch heute noch zeigt der ASC 46 aus meiner Sicht, dass sportliche Spitzenleistungen in unserem Verein weiterhin möglich und auch gewünscht sind. Beispielhaft seien hier unsere Schwimmer, unsere Damen-Bundesligamannschaft im Bowling oder auch unsere Tanzformation in Kooperation mit der Tanzschule Krebs und dem TSC Schwarz Gold genannt. Und als leidenschaftlicher Basketballer freue ich mich aktuell natürlich über die U 19 Kooperation Jugendbasketballbundesliga mit der BG 74 Göttingen.

Genauso deutlich muss man jedoch darauf hinweisen, dass sportliche Spitzenleistungen regelmäßig mit einem erheblichen Finanzierungsbedarf und den damit einher gehenden Risiken verbunden sind.

Vor diesem Hintergrund wird der ASC 46 zwar auch künftig Platz für die Entwicklung sportlicher Spitzenleistungen bieten. Dabei wird aber stets die finanzielle Stabilität des Vereins im Vordergrund stehen (müssen). Absoluter Spitzensport wird daher auch weiterhin nicht im Fokus der Aktivitäten des Vereins stehen. Konkret heißt das, ich glaube z. B. nicht, dass wir in den nächsten Jahren einen ASC 46 sehen werden, der in der ersten oder zweiten Basketballbundesliga spielen wird. Die finanziellen Risiken eines solchen Bestrebens sind aus meiner Sicht einfach zu hoch!

Sparkassen-Vorstandsmitglied, ASC-Präsident und nicht zuletzt junger Familienvater – bleibt Ihnen da noch Zeit für eigene sportliche Aktivitäten?

Sport gehört auch heute noch zu meinem Tagesablauf. Die Zeit dafür muss man sich nehmen und manchmal auch den „inneren Schweinehund“ überwinden. Aber Sport macht Spaß und ist gerade an stressigen Tagen ein idealer Ausgleich für mich. Dass meine ganze Familie gern sportlich aktiv ist, macht dabei vieles einfacher.

 
Holger Vorrath
 
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