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Günter Berg hat sich nach 16 Jahren als SSB-Schatzmeister verabschiedet
 
 
privat
 
Günter Berg
Was wäre das Treffendste, was einmal auf einer Erinnerungstafel
an Günter Berg stehen könnte? Seine Aussage: „Ich habe nie rote Zahlen geschrieben“, gehört zweifellos zu den heißesten Tipps. Stets sparsam und wirtschaftlich gearbeitet zu haben, darauf ist der 73-
jährige Göttinger, der auf dem gestrigen Stadtsporttag nach 34 Jahren aus dem Vorstand des Stadtsportbundes (SSB) ausgeschieden ist, besonders stolz.

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem ihm anvertrauten Geld prägte
nicht nur Bergs ehrenamtliche Tätigkeit als Schatzmeister des SSB seit 1991, sondern auch seine berufliche Laufbahn in der Göttinger Stadtverwaltung seit 1951. Von 1982 bis 1990 war er Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, bis zur Pensionierung 1998 Leiter des Hauptamtes. 1948 in die Tuspo 61 eingetreten, führt er den Traditionsverein seit 1975 als Vorsitzender und hat damit den Rekord von August Fischer übertroffen, der 30 Jahre lang an der Tuspo-Spitze stand.

In seiner aktiven Zeit glänzte Berg als Leichtathlet („Ich war ein ganz guter Läufer über die kurzen Strecken“), Handballer und Basketballer. Zusammen mit Hellas und TG 46 spielten die Tuspo-Korbjäger in der damaligen Oberliga Nord. Größter sportlicher Erfolg war ein 58:54-Sieg
über das Spitzenteam des USC Heidelberg. Noch heute trifft sich Berg mit Basketball-Veteranen anderer Göttinger Clubs regelmäßig zum spielerischen Kräftemessen. Als Sportwart des SSB kümmerte sich Berg ab 1973 mit der ihn auszeichnenden Hingabe und Zuverlässigkeit um die Belange der städtischen Clubs. „Bei allem, was wir gemacht haben, hatten wir immer das Wohl der Vereine im Auge“, versichert er. Diese Prämisse leitete ihn auch, nachdem er sich hatte überreden lassen, als Schatzmeister die Finanzen des Dachverbandes zu verwalten. „Nach der Ära August Schütte hatte es über Jahre ständige Wechsel in der SSB-Führungsriege gegeben. Als dann 1991 Jürgen Schröder als Vorsitzender und Bernd Schierwitz, heute Amtsleister in Münster, als Sportwart kandidieren wollten und mich fragten, ob ich dabei sei, habe ich schließlich gesagt: Okay, ich mach‘s“, erzählt Berg.

Effektiv und erfolgreich
Nach dem Amt gedrängt habe er sich nicht. Schließlich wusste er, wie viel Arbeit auf ihn zukommt. „Für einen Berufstätigen mit Familie ist ein
Ehrenamt dieses Ausmaßes kaum zu bewältigen“, sagt der Familienvater, dessen Frau Eva seit 44 Jahren das Sportengagement
ihres Mannes toleriert, ebenso wie die in Berlin lebende Tochter Sonja. Sie und Enkelin Sarah zu besuchen, gehört zu den liebsten Freizeit-Beschäftigungen der Bergs. Die nun zu Ende gegangene 16-jährige SSB-Arbeit mit Schröder an der Spitze charakterisiert Berg im Rückblick als effektiv und erfolgreich. „Allerdings konnten wir unsere Leistungen nur erbringen mit Unterstützung der Stadt und des LSB“, betont er. „Meist sind wir gerade so hingekommen“, sagt er mit Hinweis auf die selten üppige finanzielle Ausstattung. Es habe aber auch rosigere Zeiten  gegeben. Das Big Tipi, das der SSB auf der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover betrieben hat, habe ebenso Geld in die Kasse gebracht wie die LSB-Zuschüsse für die Geschäftsstelle: 18.000 Euro pro Jahr von 2001 bis 2004 sowie 12 000 Euro für 2005. Seit dem Wegfall dieser Mittel ab 2006 sowie der Deckelung des LSB-Zuschusses für eine halbe
Lehrkraft müsse der SSB wieder kleinere Brötchen backen. „Ich bin froh, dass sich mit Christian Steinmetz ein qualifizierter Nachfolger gefunden hat“, freut sich Berg. „Es ist heutzutage ja sehr schwer, Leute noch ehrenamtlich in einen Vorstand zu kriegen“, weiß er und verspricht, Steinmetz und dem SSB-Team weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
 
GT, 8.507
 
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