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| Soziale Talente bewegen etwas im Göttinger Vereinsleben |
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| Soziale Talente 2007: (von links oben nach rechts unten): Alexej Livshyts, Constanze Gräsche, Nils-Chrisitan Schwarz, Maximilian von Oetinger, Anjulie von Oetinger und Antonia-Katharina Pahl. |
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Auf dem Stadtsporttag im Mai zeichneten die Sportjugend und der Stadtsportbund Göttingen bereits zum sechsten Mal soziale Talente aus. Zehn Göttinger Vereine schlugen insgesamt 18 junge Menschen vor. Die Jury, bestehend aus Alexander Frey (Geschäftsführer der GoeSF), Mark Bambey (Ressortleiter Sport, Göttinger Tageblatt), Christian Henze (Ratsherr und Mitglied des Sportausschusses) sowie Marina Heinemann, Dennis Dörner und Hendrik Henze (alle Sportjugendvorstand), wählten die folgenden sechs Sportler aus.
Nils-Christian Schwarz
25 Jahre, TV Roringen, ASC Göttingen
„Während meiner Zivildienstzeit beim MTV Treubund Lüneburg im Jahr 2002 musste ich ohne jegliche Kenntnisse eine Rope-Skipping-Stunde vertreten“, erinnert sich der 25-jährige Nils-Christian Schwarz. Seit dieser Zeit ist er von dem Sport mit dem schnellen Sprungseil fasziniert und infiziert und mittlerweile als Referent für den Niedersächsischen Turnerbund (NTB) aktiv. Der angehende Gymnasiallehrer hat mit seinen Fachkenntnissen die Sparte Ropeskipping beim TV Roringen mit aufgebaut. Die Kontakte zu seinem Heimatverein MTV Amelinghausen hat er dabei genutzt. „Die Amelinghäuser Rope Skipper sind im letzten Jahr zu einem Trainingslager nach Göttingen gekommen und in diesem Jahr starten wir mit 16 Roringer Sportlern zu einem Gegenbesuch“, so der ehemalige Jugendwart des Nordvereins. Ursprünglich kommt Nils-Christian aus der Leichtathletik und ist zur Zeit auch noch im Nachwuchstraining bei der Leichtathltetikgemeinschaft Göttingen tätig, ebenso als Übungsleiter für den ASC im Bereich Fit für Pisa. Nils Christian macht die Arbeit mit den Roringer Seilchenspringern, mit denen er bei den Landesmeisterschaften in der Klasse C1 den dritten Platz erreichte, sehr viel Spaß. Im TV Roringen sei Vieles möglich, so der Übungsleiter, was seinem sportlichen Naturell entspricht.
Constanze Gräsche
19 Jahre, Waspo 08 Göttingen
Bereits mit 13 Jahren war Constanze Gräsche im Jugendausschuss von Waspo 08 aktiv. „Damals zählte ich zu den Jüngsten, heute fast zu den Ältesten“, so die mittlerweile 19-jährige Wasporanerin, die von sich sagt, dass sie im Verein groß geworden sei. Das Arbeiten im Team habe ihr von Beginn an viel Freude bereitet. Mit Schmunzeln erinnert sie sich daran, dass sie als junge Teilnehmerin des Waspo-Pfingstzeltlagers bei einem Unwetter im Zelt vergessen wurde. Während alle anderen Kinder die Regennacht im Vereinsheim verbrachten, krabbelte Constanze am nächsten Morgen zur Verwunderung aller aus der Campingunterkunft. Vielleicht mit ein Grund, selbst als Betreuerin für das jährlich stattfindende Kiessee-Zeltlager tätig zu werden. Besonders schätzt es Constanze, dass sie ihre kreativern Fähigkeiten in der Jugendarbeit einsetzen kann: Die Kinderschminkecke bei Vereinsfesten wird stets von ihr betreut. Die Juleica-Inhaberin betreut den Waspo-Nachwuchs nicht nur bei den regelmäßigen Tagesfahrten, sondern ist seit drei Jahren zudem noch als Übungsleiterin fürs Säuglingsschwimmen aktiv.
Antonia-Katharina Pahl
18 Jahre, GW Elliehausen
Als vor zwei Jahren die Mädchenfußballabteilung ihres Vereins Gelb Weiß Elliehausen (GW Elliehausen) einzuschlafen drohte, ergriff Antonia-Katharina Pahl die Initiative. Nach Abstimmung mit dem Vereinsjugendwart startete die aktive Fußballerin der SG Holtensen/Elliehausen/Settmarshausen eine groß angelegte Werbeaktion an einiger Göttinger Schulen mit Plakaten und Handzetteln, die sie persönlich verteilte.
Die Resonanz war sehr positiv. Mittlerweile spielen 12 Mädchen im D-Jugendkader der Elliehäuser. Das Mädchenteam wird von Antonia-Katharina betreut und trainiert, was der rechten Verteidigerin der Niedersachsenligamannschaft viel Freude bereitet. In der Vereins-Assistenten-Schulung des SSB Göttingen hat sie sich bereits qualifiziert und Interesse an einer Fußball-Lizenz habe sie auf jeden Fall, so die Nachwuchstrainerin. „Während wir in der ersten Saison nur hohe Niederlagen einstecken mussten, konnten wir aktuell bereits zwei Siege verzeichnen“, freut sich Antonia-Katharina, die ihre Mädchen nicht nur im Training, sondern auch beim zweitägigen Zeltlager betreut.
Alexej Livshyts
18 Jahre, Sparta Göttingen
Als Alexej Livshyts vor acht Jahren aus der Ukraine nach Deutschland kam, sprach er kein Wort Deutsch. Das änderte sich schnell, als ihn noch im gleichen Jahr ein Schulkamerad mit zum Fußballtraining von Sparta Göttingen nahm. Alexej hat die Integration durch Sport selber erlebt und gibt diese Erfahrungen gerne weiter. „Ich habe mit einem Freund zusammen gerade einen „Spielmobil-Lehrgang“ des Landessportbundes absolviert. „Das ist Voraussetzung und die einzige Chance, um das Spielmobil für ein integratives Sportfest ausleihen zu können“, so der A-Jugendfußballer. Alexej hilft bei Renovierungsarbeiten und Thekendiensten im Verein ebenso mit wie bei der regelmäßigen Altpapiersammlung des Vereins, deren Erlös im Rahmen einer fünfjährigen Patenschaft dem 11-jährigen Willy Andika aus Indonesien zu Gute kommt, der bei der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 seine ganze Familie verlor. Der Jugendfußball-Schiedsrichter, der im nächsten Jahr am Otto-Hahn-Gymnasium sein Abitur machen möchte, engagiert sich regelmäßig als Betreuer bei Tagesfahrten und war mehrere Jahre als Helfer bei der Betreuung von Kindern aus Tschernobyl engagiert, die einen Teil ihrer Sommerferien in Göttingen verbrachten.
Anjulie von Oetinger
21 Jahre, MTV Grone und BG 74
und
Maximilian von Oetinger
23 Jahre, MTV Grone
Anjulie von Oetinger hat die Sportart Lacrosse während eines High School Jahres in den USA kennen- und liebengelernt. Zurück in Göttingen trat sie der Lacrosseabteilung des MTV Grone bei und kümmerte sich anfangs als Materialwart um das Spielerequipement. Diesen Posten gab sie bald an ihren Bruder Maximilian weiter, den sie für die Sportart nicht nur begeistern, sondern auch gewinnen konnte. Neben ihrer Tätigkeit als Basketballtrainerin für die BG 74 organisierte Anjulie gemeinsam mit Maximilian mehrere Lacrosse-Events: so zum Beispiel den Auftritt der Abteilung in der Lokhalle beim go sports Tag im vergangenen Dezember oder aber das Internationale Hallenturnier „La Box“ auf dem Gelände des Sportzentrums. Während Anjulie seit Ende 2005 den Trainerposten im Damenteam der Grasshoppers Göttingen übernommen hat, ist Maximilian als Spielertrainer des Herrenteams seit Ende 2006 tätig. Und beide sind sich nicht zu schade, um an den Spieltagen die Lacrosselinien abzukreiden. Als Lacross-Botschafter haben die Geschwister die Sportart in mehreren Göttinger Schulen vorgestellt. Und an einigen Schulen ist Intercrosse, eine sanfte Abwandlung der Originalsportart, fester Bestandteil des Sportunterrichts geworden. Während das Lacrosse im Frauenbereich ohne Köper- und Schlägerkontakt gespielt wird, gilt dies im Herrenbereich nicht. „Blaue Flecken sind ein Hinweis dafür, dass man zu spät gepasst hat“, erklärt Maximilian. Beide achten auch offiziell darauf, dass Spielregelen eingehalten werden: Die Geschwister sind neben dem aktiven Spiel auch als Schiedsrichter tätig. Anjulie ist zur Zeit Nationalspielerin der U21 Lacrossmannschaft und somit ist es nur konsequent, dass ihr Bruder den Posten des Managers für das Nationalteam übernommen hat. „Er bucht für uns die Flüge und kümmert sich beispielsweies um Unterkünfte und Sponsoren“, so Anjulie. In gemeinsamer Hand liegt die Organisation der jährlichen Vereinsweihnachtsfeier oder auch einer Lacrosse-Teamparty in einer örtlichen Diskothek, um Werbung für die Sportart zu betreiben. Während Anjulie die 1. Vorsitzende des Lacrosse Clubs Grasshoppers Göttingen ist, engagiert sich Maximilian als Abteilungsleiter im MTV Grone und hat sich um die Neugestaltung der Hompage www.goettingen-lacrosse.de gekümmert. Dort gibt es weitere Informationen zu dieser zunächst etwas exotisch anmutenden Sportart , die aber dennoch auf mittlerweile mehr als „45 Mitglieder im MTV Grone herangewachsen ist“, verkünden die Geschwister im Gleichklang. |
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