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   Heft Sommer 2007
„Etwas tun für die Zivilgesellschaft“
Klaus Brüggemeyer
Günter Berg (re.) übergibt die Kassengeschäfte des SSB an Christian Steinmetz.
 
Günter Berg hat seinen Vorstandsruhestand sorgfältig vorbereitet

Auf dem Stadtsporttag Anfang Mai wurde Günter Berg mit stehenden Ovationen aus dem Vorstand des Stadtsportbundes (SSB) verabschiedet. 34 Jahre hat sich der 73-Jährige in der Führungsriege des Göttinger Sportverbandes engagiert. Zuerst als Sportwart, in den letzten 16 Jahren als stellvertretender Vorsitzender für Finanzen. Zu seinem Nachfolger wurde Christian Steinmetz gewählt.

„Schlaflose Nächte habe ich während meiner SSB-Zeit nie gehabt“, bemerkt Günter Berg und fügt aber schmunzelnd hinzu, dass er nachts immer dann ruhig geschlafen habe, wenn es viel zu tun gab. Morgens bin ich dann mit neuem Elan an die Aufgaben herangegangen. Das kam ihm auch für den arbeitsintensiven Job bei der Stadt Göttingen zu gute. Hier war Berg zuletzt bis 1998 als Leiter des Hauptamtes tätig.

„Leute zusammen bringen“
Ein bisschen „freier“ fühle er sich jetzt schon nach 34-jähriger SSB-Vorstandstätigkeit. Auch weil er wisse, dass das Amt in guten Händen weitergeführt werde. Sein Nachfolger ist 42 Jahre jünger, doch in ihren Ansichten über das Ehrenamt liegt das Finanzduo nah beieinander. Der 31-jährige Steinmetz schätzt die Strukturen in der Sportstadt Göttingen und ebenso die Arbeit des Stadtsportbundes. Für beide lohne es sich zu engagieren, so der neue Finanzvorstand. Berg pflichtet ihm bei: „Man muss etwas tun für die Zivilgesellschaft“ und das „parteiübergreifend“ verkünden beide unisono. Wer sich selbst profilieren wolle, sei fehl im Ehrenamt, so Berg. „Man muss die Fähigkeit besitzen, Leute zusammen- und nicht auseinander zu bringen“.
Eine Lebenseinstellung, von der auch Steinmetz in den letzten zwei Jahren profitiert hat. Denn seit dem Sommer 2005 hat der ehemalige vielseitige Wettkampfsportler (Leichtathletik, Basketball und Handball) seinen Nachfolger ins Amt eingearbeitet. „Er war für alle Fragen offen, wofür ich ihm sehr dankbar bin“ so der Sport- und Fitnesskaufmann des ASC Göttingen. Wir haben in dieser Zeit gemeinsam das vom LSB geforderte Buchhaltungsverfahren mit dem vorgegebenen Kontenplan umgesetzt, so Berg. „Idealer geht es eigentlich nicht“, fügt der Vorstandspensionär ein bisschen stolz hinzu, denn eigentlich müsse sich jeder Ehrenamtler rechtzeitig um einen Nachfolger kümmern.
Die auf dem Stadtsporttag beschlossene Beitragserhöhung bezeichnet Steinmetz als „moderat“. Grundsätzlich sei es wichtig, dass der SSB deutlich mache, wozu das Geld benötigt werde. Er sieht den SSB als Dienstleister und fordert die Vereine auf, Gegenleistung in Anspruch zu nehmen.

Steinmetz hat seinen Job von der „Pike auf“ gelernt. Nach der Zivildienstzeit nahm er eine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann beim ASC auf und studierte berufsbegleitend Betriebswirtschaft an der Göttinger Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie.

„Generationsübergreifend“
Das Finanzkonstrukt, welches Günter Berg aufgebaut hat, lobt er „als vorbildlich“. Einmal wöchentlich treffen sich zur Zeit der alte und der neue stellvertrende Vorsitzende für Finanzen in der Geschäftsstelle des SSB, um gemeinsam Finanzfragen des SSB zu klären. Das ist wirklich ein generationsübergreifendes Projekt, schmunzelt Steinmetz, der es schätzt, dass Günter Berg ihm noch mit Rat und Tat zur Seite steht. Für Berg ist es kein Problem gewesen, von seinem Posten „loszulassen“. Ich habe jetzt etwas mehr Zeit für die „schönen Dinge des Lebens“. Und dazu zählen die regelmäßigen Besuche bei Tochter und Enkeltochter in Berlin ebenso wie das wöchentliche Altherren-Basketballtraining.

„Vereinsinteressen bündeln“
Als eine wesentliche Aufgabe des Stadtsportbundes sieht es Berg an, dass dieser als kompetenter Partner gegenüber der Verwaltung und der Politik auftritt, denn in der heutigen Zeit sei es notwendiger denn je, Vereinsinteressen zu bündeln.
Berg möchte auch zukünftig bei der Bewältigung dieser Aufgabe helfen und würde dem SSB-Vorstand als Beauftragter für verschiedene Aufgabenbereiche zur Verfügung stehen. „Die müssen mich nur noch offiziell wählen“, schmunzelt Berg. Dieser „Wahl“ kann er sich wohl ganz sicher sein.
 
Klaus Brüggemeyer
 
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