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Basketball-Bundesligist BG 74 |
| „Aus Besuchern Fans machen“ |
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| Der BGer Nigel Moore (r) im Spiel gegen die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt |
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21. November 2001: In der Göttinger Lokhalle wird zum ersten Mal Basketball auf höchstem Niveau präsentiert: Die deutsche Nationalmannschaft schlägt in einem Qualifikationsspiel zur EM 2003 die zweitklassige irische Konkurrenz mit 85:77. Mit dabei ist Flügelspieler Ademolah Okulaja. Fast genau sechs Jahre später stehen neben Okulaja mit Demond Green, Robert Garret und Steffen Hamann wiederum vier Nationalspieler auf dem Parkett der Göttinger Lokhalle. Dieses Mal spielen sie für ihren Verein, die Brose Baskets Bamberg. An der Seitenlinie wird das Team gecoacht von Dirk Bauermann, in Personalunion Bundestrainer und Vereinscoach. Das Ergebnis zur Halbzeitpause zeigt einen Klassenunterschied auf: 46:21. Der bis dahin deutlich Unterlegene ist die BG 74, die mit Beginn der Saison 2007/2008 im Oberhaus der Korbjäger angekommen ist. Während 2001 der Obihamster das Publikum in der Lokhalle anheizte, sind es dieses Mal die Pinguine des lokalen Sponsors Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF).Trotz des fast aussichtslosen Halbzeitergebnisses ist die Stimmung in der Lokhalle nicht nur im dritten Viertel gigantisch, als das Heimteam sich nach einem „13:0-Lauf“ wieder Hoffnung auf eine kleine Sensation macht.
Während vor sechs Jahren das ehemalige Industriedenkmal einmalig für ein Basketballevent umgebaut wurde, ist die Halle nun Heimspielstätte für die aktuelle Saison des BG-Erstligateam.
Knappe Niederlage gegen den Deutschen Meister Das dritte Viertel sollte zeigen, dass nicht nur Publikum, Spielstätte und Umfeld erstklassig sind. Auch die BG hat das Zeug, um in der Beletage der Korb- jäger mitzuhalten. Mit 22:7 weisen sie die Brose Baskets, die die erste Halbzeit mit Tempobasketball und schnellem Passspiel deutlich beherrschten, in diesem Spielabschnitt in die Schranken. „Nur noch sechs“ schallt es durch die Halle. Und die kocht. Hallensprecher Lindemeier heizt die Stimmung an. Das Unmögliche scheint machbar zu sein. Bis auf drei Punkte kämpft sich die BG an den amtierenden Deutschen Meister heran. Am Ende verliert sie das Spiel mit 66:73, mehr als ein Achtungserfolg. Das faire Göttinger Publikum applaudiert, auch nach der mittlerweile siebten Niederlage in Folge. In der Pressekonferenz spricht Dirk Bauermann davon, dass Göttingen eine Bereicherung für die Liga sei. Allerdings brauche man große Spieler mit Qualität, wenn man ganz oben national und auch international mitmischen wolle. John Patrick, Headcoach der BG, nickt während der analysierenden Bauermannschen Worte. Er weiß, dass das mit dem kleinsten Etat der Liga schwer zu realisieren ist. Trotzdem gelingt es ihm immer wieder, gute Spieler für die BG zu gewinnen. So auch der jüngste Zugang der BG, David Monds, der in seinem zweiten BG-Spiel mit 5 Punkten und sechs Rebounds mit zum überraschenden Sieg bei den Frankfurt Skyliners beitrug. „Die Jungs, die hier bei der BG spielen, leben und lieben Basketball“, so Patrick. Dass sie nicht wirklich über den Moment hinaus vom Basektball in Göttingen leben können, weiß er nur zu gut. Bei attraktiven Angeboten sind Spieler schwer zu halten. Das jüngste Beispiel sei Kyle Bailey gewesen, der die BG zum Saisonende verlassen hat und nun für ratiopharm Ulm auf Korbjagd geht. Patrick merkt an, dass Motivation und Teamgeist wichtig seien. „Wir haben ein intaktes Team und treffen uns nicht nur zum Basketball spielen“, so der Amerikaner. „Mannschaftsessen, gemeinsame Saunagänge, soziale Aktionen wie der Besuch der Kinderkrebsstation oder aber auch der gemeinsame Deutschunterricht tragen zur Teambildung bei. Wenn du gewinnst, ist es einfach. Bei Niederlagen muss man die Spieler aufbauen, dass sie die Köpfe nicht hängen lassen“.
Lob für die regionalen Sponsoren Marc Franz, Geschäftsführer der Starting five, zeigt sich vom bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Er ist begeistert von der Spielstätte Lokhalle und lobt die Unterstützung der zahlreichen regionalen Sponsoren, die „oft noch tiefer in die Tasche gegriffen haben, als anfangs geplant“. Allerdings weiß er, dass ein „großer Sponsor“ für die Erste Liga unerlässlich ist. „Wir sind zuversichtlich, dass das bald klappt“, so Franz. Er ist sich sicher, dass auch andere Vereine in Göttingen vom Basketballboom profitieren. Zwischen dem ASC und der BG gebe es eine gute Zusammenarbeit, die auch im Nachwuchsteam Göttingen zum Ausdruck kommt. Selbst Zugang Keoni Watson kam vor wenigen Wochen vom Traditionsverein ASC zum Erstligateam.
Franz ist davon überzeugt, dass die Region Göttingen auch ein interessiertes Publikum hat. Bislang ist er mit dem Zuschauerbesuch zufrieden. Er weiß allerdings, dass es gelingen muss, „aus den Besuchern dauerhafte Fans“ zu machen. Das ist am Einfachsten, wenn Siege zu feiern sind. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Beides möglich ist. Nicht nur das Team ist eine Bereicherung für die Liga.
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