Stadtsportbund Göttingen e.V. - 17.11.2018 - 20:26 Uhr

 
Heft Frühjahr 2005 - Nostalgie
 
Donald Mason ist Pizzafahrer, Christian Grahl Vizekanzler
 
Im einem Jahr begeht der älteste Club Niedersachsens, der ASC 46, sein 160-jähriges Bestehen. Doch bereits in diesem Frühjahr kann er auf zwei Silberjubiläen zurückblicken. Am 22. März 1980 errangen die Basketballer ihren ersten von drei deutschen Meistertiteln. Und neun Tage später vereinigte sich der mit frischem Lorbeer dekorierte SSC mit der TG 46 zum ASC 46. Ein  drittes Datum sei erwähnt, das für den Club und die Sportregion schlechthin von herausgehobener Bedeutung gewesen ist: 10. März 1985, letzte Trophäe für die  Königsblauen mit der erfolgreichen Verteidigung des deutschen Basketball-Pokals in Osnabrück.

Sportissimo hat versucht heraus zu finden, was aus den Aktiven von einst geworden ist, und mit dem einen oder anderen Kontakt aufgenommen.

Beginnen wir mit der Meistermannschaft ‚80‘. Sie sicherte sich mit 68:63 in der mit über 2000 Besuchern gefüllten Godehardhalle den Meisterschild des Deutschen Basketball-Bundes. Das Trainergespann hieß Terry Schofield/Johannes Klapper. Der Terry, inzwischen 56 Jahre alt, lebt mit Frau und Tochter in Angerstein und steht in den Diensten der Universität (Englisches Seminar), betreibt Fitness und schaut „sich die Spiele der BG-Herren“ an. Johannes Klapper  (Lehrer, 51 Jahre) hat sich mit Familie in Ahrden bei Celle niedergelassen.

Entdecker von Nowitzki

Holger Geschwindner (heute 59 Jahre) wohnt in Würzburg, gilt als Entdecker und Mentor von Dallas-Star Dirk Nowitzki. Er ist noch bei den Seniorenbestenspielen aktiv. Armin Sowa (46) hat sich mit seiner Frau in Hannover angesiedelt und leitet ein Hotel.  „Mit Basketball habe ich nichts mehr zu tun. Ich treffe mich mal mit Wilbert, mit Ecki in Hannover und ab und zu mit Ulli Frank“, schildert Armin Sowa, der 1991 die Schuhe an den Nagel gehängt hat. „Früher was Basketball noch mit Spaß verbunden, heute hat man den Eindruck, es geht nur noch um Geld. Es waren doch ein bisschen andere Zeiten damals“, sagt der inzwischen sportab-stinente Center.

Weitemeyer zurück zur BG

Ebenfalls in der Landeshauptstadt ist Ecki Lodders (47) beheimatet. Die beiden Söhne des Handelschullehrers sind in die Fußstapfen ihres Vaters getreten. Dirk Weitemeyer (47), Computer-Firmenchef in Göttingen, ist im sportlichen Seniorenalter zum Stammverein BG 74 zurückgekehrt. Udo Hahne (52) und Sven Detken (45), beide im Finale nicht eingesetzt, haben ihren Wohnsitz vor Ort behalten. Hahne arbeitet bei den Stadtwerken (Gebäude-Management), Detken ist promovierter Mediziner (Hämatologie, internistische Onkologie) mit Praxis im benachbarten Northeim.

Wilbert Olinde (49) hat es nach Hamburg verschlagen. Dort wagte der vierfache Familienvater jüngst den  Schritt in die Selbstständigkeit. "Black pearls world" heißt seine Firma, die sich vornehmlich mit Dingen rund um den Basketball beschäftigt.

Ulrich Bob Peters (47), der jetzt den Nachnamen seines Vaters trägt (Trogele), lebt samt Frau Uta, der ehemaligen Erstligaspielerin, und Tochter aus beruflichen Gründen (Pflanzenschutz) in den USA. Zur Zeit wohnt  das Trio in New Jersey, wird aber demnächst nach Philadelphia übersiedeln. Nichtsdestotrotz hat es noch ein Standbein in Deutschland, die Wohnung in Hofheim bei Frankfurt. Kontakt nach Göttingen hält Ehefrau Uta zu ihrer ehemaligen Mitbewohnerin und BG-Mitspielerin Silvia Meding. Älteren unter ihrem Mädchennamen Greune  wahrscheinlich besser bekannt.

„Die Zeit war grandios“

Nicht weit von Göttingen entfernt hat sich Christian Grahl (48) seit 1994 niedergelassen, in Hildesheim. Der promovierte Jurist, verheiratet, ein Sohn, ist seit 2002 hauptamtlicher Vizekanzler der Universität Hildesheim, Ressort Finanzen und Verwaltung. Der heute 48-Jährige, der auch beim zweiten Titelgewinn 1983 mit von der Partie gewesen ist und danach noch fünf Jahre in Oldenburg in der 1. und 2. Liga gespielt hat, erinnert sich gern an die Göttingen: „Die Zeit war grandios, denn ich habe sehr viel für mich dadurch gewonnen. Und in anderem Zusammenhang werde ich auch immer wieder an diese Zeit erinnert.“ Sich einzugliedern, sich zu behaupten, zu lernen, das Los eines Auswechselspielers  zu ertragen, dennoch nicht aufzustecken, „weil im Endeffekt nur das Ergebnis zählt“, das sind im Rückblick Dinge, die Christian Grahl unter anderem für sich mitgenommen hat. Und wie schaut’s heute mit der sportlichen Betätigung aus? Regelmäßig gehe er joggen. „Zwei- bis siebenmal wöchentlich, wie es die Zeit zulässt". Und ab und an komme er aus beruflichen Gründen nach Göttingen. Wie jüngst zur Einführung des neuen Uni-Präsidenten Prof. Dr. Kurt von Figura.

Bestentitel mit Senioren

Erhard Apeltauer (52), der den Club nach dem Gewinn in Richtung Giants Osnabrück verließ, wohnt mit der Familie in Dransfeld, unterrichtet als Diplom-Handelslehrer an der BBS Northeim (Studienrat), heimste mit den BG-Senioren (48 und älter) deutsche Bestentitel ein, frönt jedoch vor allem seiner neuen sportlichen Leidenschaft, dem Tennis. „Schon professioneller“, wie es ,Apel‘ ausdrückt. Der ASC-Topscorer des Finales (20 Punkte) schwingt das Racket in der Regionalliga-Mannschaft des TSC Göttingen, „an Platz vier oder fünf“. Erinnerungen an 1980?  „Da haben wir August Schütte unter der Dusche gebadet“, lacht der ehemals beste deutsche Playmaker seiner Zeit über das unfreiwillige Bad des damaligen Clubvorsitzenden. Was Apeltauer freut und gleichzeitig verwundert: „Das mich Leute auf früher ansprechen. Nicht nur hier, sondern auch überregional. Irgendwie hat man doch von früher noch einen Namen“, sagt der ehemalige Nationalspieler. „Netten Kontakt zu alten ASCern“ gebe es darüber hinaus. Das treffe auch auf  Terry Schofield zu.

Nun, wenden wir uns dem Team von 1985 zu. Im 85:72-Pokalfinale gegen den Zweitligisten SpVgg Bayreuth hieß das Trainer–Duo Schofield/Hahne, zählten Olinde, Sowa und Weitemeyer wiederum zu den Sieben, die spielten, während Lodders wie Kai Limburg (Münster) und Götz von Richthofen (Göttingen/Physiotherapeut) auf der Bank blieb. Donald Mason lebt in seiner Heimatstadt Fresno. Schofield: „Er ist Pizzafahrer.“ Mike Jackel (schult Basketballkids) zog es mit Frau und Sohn in die kanadische Heimat nach Vancouver. Ulli Frank (Versicherungen) ist längst wieder Göttinger und erzielte noch so manchen Korb für die BG 74 in der 2. Bundesliga. Ingo Mendel (Riss des vorderen Kreuzbandes im Finale5.) ist in Würzburg sesshaft geworden. Er arbeitet dort bei einer Bank.

Der langjährige Abteilungsleiter Wolfgang Lühmann geniesst den Ruhestand, ebenso Betreuer Jürgen Germershausen. Er ist inzwischen treuer Anhänger des Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund geworden. Den damaligen ehrenamtlichen Manager Bernd Janke zog es samt Familie beruflich nach Aschaffenburg. 80-er Masseur Harry Lukaszewski ist Rentner, 85-er Physiotherapeut Jörg Weitemeyer hat in Göttingen eine eigene Praxis aufgemacht, legt bei den BG-Herren Hand an und steht vor seinem Silberjubiläum als Physiotherapeut im Basketball (2006).

 
Holger Vorrath
 

 

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